Tränende Pferdeaugen und ihre Ursachen

Ein Artikel von May Britt Siegmuns von Horse Support.

Zunächst: Was genau sind Schleimhäute?

Die Schleimhaut des Pferdes (Fachbegriff kurz “Mucosa”), z.B. als Bindehaut des Auges oder als Nasenschleimhaut, stellt die erste Kontaktfläche zu seiner Umwelt dar - und muss damit eine wichtige Barrierefunktion erfüllen.

Es ist besonders wichtig, dass die Schleimhaut neben ihrer namensgebenden Eigenschaft, durch in ihr eingelagerten Drüsen einen ständigen, schützenden Schleimfilm (“Mucine”) auf ihrer Oberfläche produzieren zu können, weitere mechanische und biochemische Schutzfunktionen übernehmen kann, um das Eindringen von externen, vermeintlich gefährlichen Stoffen in den Organismus (z.B. Krankheitserreger, Feinstaub oder andere Umweltbelastungen, Pflanzenpollen) zu verhindern. Die Mucine filtert und bindet diese unerwünschten Stoffe und baut sie, je nach Beschaffenheit und Eigenschaft, nach Möglichkeit ab. Durch kleine eingelagerte Lymphknoten ist die Schleimhaut zudem an das Immunsystem des Organismus angeschlossen und kann hier wichtige erste Abwehrfunktionen bei einem drohenden Infektionsgeschehen einleiten (z.B. durch das Protein Immunglobulin A, welches in der Schleimhaut eingelagert ist). Diese schnell reagierende Funktion wird auch als “Schleimhautimmunität” bezeichnet. Im besten Fall kann die stabile Schleimhaut so eine Infektion abwenden.

Die Bindehaut (Conjunctiva) kann sensibel auf äußere Einflüsse reagieren.
Die Nasenschleimhaut wärmt kalte Atemluft an und filtert unerwünschte Besucher (z.B. Staubpartikel oder Mikroorganismen) heraus.

Eine gesunde Schleimhaut erneuert sich alle 3-6 Tage und dient neben der bereits erwähnten so wichtigen Barrierefunktion als Transporteur von verschiedenen Stoffen und Molekülen in sie und aus ihr heraus.


Ein allgemein gesunder Lebensstil (hier spielt neben einer reizarmen Umgebung die Aufnahme natürlicher, bioverfügbarer (Mikro-) Nährstoffe eine große Rolle, insbesondere Retinol als Vorstufe zu Vitamin A und Zink) sowie eine wirklich ausreichende Flüssigkeitszufuhr tragen zu einer bestmöglichen Funktion der Schleimhäute bei. Stimmen diese Parameter jedoch dauerhaft oder streckenweise nicht, können Schleimhäute schnell an die Grenzen ihrer Möglichkeiten stoßen und ihrer Aufgabe als “Türsteher” des Organismus nicht mehr gerecht werden.



Eine artgerechte Haltung mit viel Frischluft, natürlicher Fütterung und uneingeschränkter Möglichkeit zur Wasseraufnahme stärken die Schleimhäute.


Der größte Feind der Schleimhaut ist die Austrocknung

Schleimhäute, die “trocken fallen”, verlieren ihren wichtigen Schutzfilm und damit ihre Funktion, effektiv gegen Krankheitserreger und andere Reizstoffe vorzugehen. Zudem sind Schleimhäute unglücklicherweise aufgrund ihrer exponierten Lage, häufig als äußerste Schicht des Körpers (z.B. als Bindehaut des Auges, Nasen- oder Mundschleimhaut), besonders anfällig für Austrocknungen, da ihnen ein wirksamer Verdunstungsschutz fehlt. Trockene Schleimhäute werden vom Organismus sofort mit Alarmglocken wahrgenommen, denn die Haut wird durch den fehlenden Schleimfilm dünner und verletzlich. Sie kann anfangen zu brennen, zu jucken oder gar richtig zu schmerzen (ein Beispiel sind starke Schluckbeschwerden bei einem Erkältungsinfekt). In diesem Moment haben pathogene Mikroorganismen ein durchaus leichtes Spiel, denn die Barrierefunktion ist aufgehoben.
Eine akute Bindehautent-

zündung, wahrscheinlich durch starken Wind hervorgerufen.

Dasselbe Auge 3 Tage später; eine antibiotische Augensalbe & die therapieunter-stützende Pflege mit
dem bitopEQUI® EYE Spray brachten schnelle Linderung.

Wann kommt es besonders zu Austrocknungen?

Neben dem fehlenden Flüssigkeitsnachschub von “innen” durch mangelnde Wasseraufnahme (z.B. bei älteren Pferden) können auch äußere Faktoren das Austrocknen von Schleimhäuten begünstigen. Natürlich gibt es auch systemische Erkrankungen, die sich negativ auf den Flüssigkeitshaushalt der Schleimhaut auswirken. Außerdem sollen einige Pferderassen, z.B. der Appaloosa oder der Knabstrupper, eine genetische Disposition zu generell empfindlichen bzw. anfälligen Augen zeigen. Aber auch “Einzelexemplare” jeder Rasse, Größe und jeden Alters kämpfen ein Leben lang mit besonders leicht reizbaren Augenschleimhäuten.
Pferde mit unpigmentierten Hautarealen um die Augen neigen oftmals schneller zu empfindlichen Bindehäuten.
Als externe Faktoren spielen bei Pferden insbesondere Wind, Staub und Insekten eine große Rolle, wenn es um gereizte Augen geht. Heftiger Wind kann stark austrocknend auf die Bindehäute der Augen wirken, da die Tränenflüssigkeit sowie die protektiven Substanzen der Bindehaut sehr schnell verdunsten. Dadurch können entsprechende Irritationen und nachfolgende Infektionen oder gar schmerzhafte Hornhautschäden entstehen. Als Staub, vielleicht noch in Verbindung mit starkem Wind, reizen kleinste Sandkörnchen die Schleimhaut zusätzlich auf mechanischem Wege und können das Pferd dazu bringen, das Auge an Gegenständen bzw. Stallinventar zu scheuern - häufig kommt es durch diese Aktivität zu weiteren Verletzungen bzw. Reizungen des Auges.

Ursachen für Augenschleimhaut Reizungen

Starker Wind
Staubige Böden
Hoher Insektendruck

Im Sommer tummeln sich häufig viele Insekten um die Pferde. Insbesondere Fliegen sitzen besonders gern an den Augen, um sich von deren Sekreten zu ernähren. Die strapazierten Pferdeaugen reagieren gereizt und mit verstärktem Tränenfluss, der dem schnellen Verdunsten ähnelt (siehe oben) und damit wieder zum verstärkten Austrocknen der Bindehaut führt. Die Barrierefunktion der Augenschleimhaut ist aufgehoben und eine Infektion kann durch kontaminierte Fliegenbeine und -Rüssel eingeschleppt werden.


Es wird also klar, dass es zu jeder Jahreszeit eine Reihe von Situationen geben kann, während derer eine intensivere Pflege und Zuwendung der ugenschleimhaut durchaus Sinn macht. Dabei ist es wichtig zu beachten, dass jegliche Augenerkrankungen - ähnlich wie die Koliken - grundsätzlich niemals ohne die Einschätzung eines fachlich versierten Tierarztes behandelt werden sollten. Das Pferd ist als Fluchttier sehr auf seine funktionierende Sehkraft angewiesen. Durch die seitliche Anordnung der Augen am Kopf besitzt das Pferd eine nahezu 360°-Umsicht. Eine eingeschränkte Sehleistung oder gar der Verlust eines Auges kann das Pferd und seine Umgebung vor große Herausforderungen stellen.

Wichtig: Eine tierärztliche Untersuchung bei einem erkrankten Auge ist unerlässlich!

Die bitopEQUI® Augenpflegeprodukte mit Ectoin lassen sich auch bei empfindlichen Augen langfristig und ohne Nebenwirkungen regelmäßig einsetzen. Insbesondere bei entsprechenden Wetterkapriolen oder an heißen, trockenen Sommertagen mit hohem Insektendruck, kann die Schutzbarriere der Augenschleimhaut bereits im Vorfeld auf natürlichem Wege effektiv unterstützt werden. Die Pflegeprodukte kommen ohne Konservierungsstoffe aus und sind dadurch besonders gut verträglich, auch bei empfindlichen Pferdeaugen.

Wie kann Ectoin® bei tränenden Augen helfen?

Der von extremophilen Bakterien produzierte Stoff Ectoin® entfaltet sein Pflege-Potential insbesondere auf stark beanspruchten und exponierten Schleimhäuten. Dabei kann er sowohl präventiv als auch therapiebegleitend eingesetzt werden. Der physikalische Haupteffekt des Ectoins® ist die Bildung zellschützender und stabilisierender Wasserhüllen um unterschiediche Zelltypen, die in den Schleimhäuten eingelagert sind. Dadurch wird eine langanhaltendere physiologische Befeuchtung der Schleimhaut erreicht.

May Britt Siegmund
von Horse Support


May Britt hat viel Erfahrung mit atemwegserkrankten Pferden und steht seit über 10 Jahren Pferdebesitzern genau zu diesen Fragen Rede und Antwort. Daher freuen wir uns umso mehr, wenn May Britt wertvolle Gastbeiträge für bitopEQUI® schreibt. Mehr zu May Britt findest Du unter Partner & Verleih oder unter www.horsesupport.de.