Akupressur als sanfte Unterstützung bei lungenkranken Pferden
Bewährtes Wissen aus der Praxis – ganzheitlich, achtsam und alltagstauglich
Chronische oder immer wiederkehrende Atemwegsprobleme wie Husten, Equines Asthma oder allergische Reaktionen belasten viele Pferde – und ihre Besitzer. Neben einer guten tierärztlichen Betreuung, angepasstem Management und unterstützenden Pflegemaßnahmen suchen viele Pferdemenschen nach sanften, ergänzenden Methoden, um das Wohlbefinden ihres Pferdes zu verbessern.
Eine davon ist die Akupressur, eine manuelle Technik aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), die sich auch in der Pferdepraxis bewährt hat.
In diesem Beitrag stellen wir dir vier zentrale Akupressurpunkte vor, die sich in der begleitenden Arbeit mit lungenbelasteten Pferden besonders bewährt haben: Lunge 7, Niere 3, KG 17 und Magen 40. Die praktische Umsetzung zeigen wir dir in Videos und Fotos, die in Zusammenarbeit mit der erfahrenen Pferdephysiotherapeutin Katrin Obst entstanden sind.
Was Akupressur bei Pferden leisten kann
Akupressur arbeitet über gezielten, sanften Druck auf definierte Punkte entlang der Meridiane. Ziel ist es, Spannungen zu regulieren, den Energiefluss zu harmonisieren und den Körper in seiner Selbstregulation zu unterstützen.
Wichtig: Akupressur ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Therapie, kann aber sehr gut begleitend eingesetzt werden – ruhig, stressfrei und ohne technische Hilfsmittel.
Gerade bei Pferden mit Atemwegsthemen zeigt sich in der Praxis häufig:
Die Akupressurpunkte für dein Pferd
Lunge 7 - Der Schlüsselpunkt für die Atemwege
Der Punkt Lunge 7 ist einer der wichtigsten Punkte zur Unterstützung der Atmungsfunktion. Er liegt an der Innenseite des Vorderbeins, knapp oberhalb des Karpalgelenks.
In der TCM wird Lunge 7 genutzt, um:
In welchen Situationen sinnvoll?
Dieser Punkt eignet sich besonders für Pferde mit empfindlichen Atemwegen, saisonalem Husten oder bei erhöhter Umweltbelastung (z. B. trockene Stallluft, Pollenflug).
👉 Video-Tipp:
Im Video mit Katrin Obst siehst du genau, wie du Lunge 7 sicher findest und mit ruhigem, gleichmäßigem Druck bearbeitest.
Niere 3 - Basis für Kraft und Tiefe der Atmung
Die Niere hat in der TCM einen engen Bezug zur Lunge. Der Punkt Niere 3 liegt an der Innenseite des Sprunggelenks, zwischen Achillessehne und Röhrbein.
Er wird eingesetzt, um:
In welchen Situationen sinnvoll?
Besonders bei älteren Pferden, bei chronischen Atemwegsthemen oder bei Pferden, die schnell ermüden, ist Niere 3 ein wertvoller Punkt.
👉 Video-Tipp:
Im Video erklärt Katrin Obst anschaulich, wie du Niere 3 findest, ohne dein Pferd aus dem Gleichgewicht zu bringen.
KG 17 - Öffnung für Brust und Emotion
Der Punkt KG 17 liegt mittig auf dem Brustbein, etwa auf Höhe der Herzbasis. Er gilt als zentraler Sammelpunkt für die Atmung.
Er wird genutzt, um:
In welchen Situationen sinnvoll?
KG 17 eignet sich besonders für sensible, gestresste oder „enge“ Pferde, die bei Atemproblemen auch mental angespannt wirken.
👉 Video-Tipp:
Das Video zeigt, wie du diesen Punkt ruhig und respektvoll berührst – viele Pferde reagieren hier sehr deutlich mit Absenken des Kopfes oder tieferem Atmen.
Magen 40 (Ma 40) - Unterstützung bei erhöhter Schleimbildung
Der Punkt Magen 40 liegt an der Außenseite des Hinterbeins, etwa mittig zwischen Knie und Sprunggelenk.
In der TCM ist er bekannt als:
In welchen Situationen sinnvoll?
Bei Pferden mit festsitzendem Schleim, Neigung zu Verschleimung oder insgesamt „schwerem“ Körpergefühl kann Ma 40 begleitend eingesetzt werden.
👉 Video-Tipp:
Im Video zeigt Katrin Obst, wie du auch am Punkt Magen 40 ruhig arbeitest.
Praktische Tipps für die Anwendung
Fazit: Ganzheitlich denken – Akupressur und Inhalation sinnvoll kombinieren
Akupressur ist eine wertvolle, sanfte Methode, um lungenbelastete Pferde im Alltag zu unterstützen. Sie fördert Entspannung, kann Spannungen im Brust- und Atembereich regulieren und hilft dem Pferd, besser in die eigene Körperwahrnehmung zu kommen. Ihre Stärke liegt vor allem darin, das Pferd von außen zu begleiten – über Berührung, Ruhe und achtsame Zuwendung.
Gerade bei Atemwegsthemen hat es sich in der Praxis jedoch bewährt, mehrere unterstützende Maßnahmen sinnvoll miteinander zu kombinieren. Neben angepasstem Stallmanagement, staubarmen Haltungsbedingungen, Bewegung an der frischen Luft und bedarfsgerechter Fütterung spielt dabei insbesondere die Inhalation eine zentrale Rolle.
Warum Inhalation eine sinnvolle Ergänzung ist
Während Akupressur regulierend und entspannend wirkt, setzt die Inhalation direkt an den Atemwegen selbst an. Durch das Vernebeln feinster Partikel gelangen pflegende Lösungen unmittelbar dorthin, wo Staub, Pollen, trockene Luft oder festsitzender Schleim die Schleimhäute belasten.
Viele Pferde profitieren davon, wenn Akupressur z. B. vor der Inhalation oder im Anschluss angewendet wird, um Ruhe und Akzeptanz zu fördern. So entsteht ein ganzheitlicher Ansatz, der sowohl auf körperlicher als auch auf emotionaler Ebene ansetzt.
Für die inhalative Unterstützung haben sich Lösungen mit bi-medEctoin® bewährt. Dieser natürliche Pflegestoff wirkt rein physikalisch, wird nicht verstoffwechselt und ist dafür bekannt, Wasser zu binden und somit eine schützende Feuchtigkeitsschicht auf den Schleimhäuten zu bilden. Hier gelangst du direkt zu unseren Produkten.