Inhalationslösungen für Pferde: Welche Lösung ist wann sinnvoll?

Kochsalz, Sole, Ectoin oder Medikamente im Vergleich – ein Leitfaden für Pferdebesitzer

Ein Husten beim Antraben, vermehrter Schleim oder eine empfindliche Reaktion auf staubige Stallluft – Atemwegsprobleme gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen beim Pferd. Viele Pferdebesitzer greifen deshalb zum Inhalator. Doch welche Inhalationslösung ist eigentlich die richtige? Reicht eine Kochsalzlösung aus? Wann kann eine Solelösung sinnvoll sein? Welche Rolle spielt Ectoin? Und wann sind verschreibungspflichtige Medikamente notwendig?

Die Auswahl an Produkten ist groß und die Unterschiede sind auf den ersten Blick oft schwer zu erkennen. Gleichzeitig finden sich zahlreiche Empfehlungen, deren Nutzen wissenschaftlich unterschiedlich gut belegt ist. Gerade deshalb fällt es vielen Pferdebesitzern schwer, die passende Inhalationslösung auszuwählen.

Dieser Ratgeber erklärt verständlich, welche Inhalationslösungen es gibt, worin sie sich unterscheiden und worauf du bei der Auswahl achten solltest. Außerdem erfährst du, warum Inhalation zwar ein wichtiger Baustein im Atemwegsmanagement sein kann, langfristig aber nur dann erfolgreich ist, wenn auch die Ursachen der Atemwegsbelastung konsequent reduziert werden.

Schnell-Check: Kann Inhalation für mein Pferd sinnvoll sein?

Wenn du eine oder mehrere der folgenden Fragen mit "Ja" beantwortest, lohnt es sich, das Thema Inhalation näher zu betrachten:

  • dein Pferd hustet beim Antraben oder in staubiger Umgebung.
  • Schleim sitzt fest und lässt sich nur schwer abhusten.
  • die Beschwerden treten saisonal oder bei bestimmten Haltungsbedingungen verstärkt auf.
  • dein Pferd reagiert empfindlich auf Stallstaub, Einstreu oder Heu.
  • dein Tierarzt hat eine Atemwegserkrankung wie Equines Asthma diagnostiziert oder vermutet.

Wichtig: Inhalation ersetzt weder eine tierärztliche Diagnose noch eine Optimierung von Haltung und Fütterung. Sie kann jedoch – je nach eingesetzter Inhalationslösung und individueller Situation – ein sinnvoller Bestandteil eines ganzheitlichen Atemwegsmanagements sein.

Was passiert eigentlich bei einer Inhalation?

Bei der Inhalation wird eine Flüssigkeit mithilfe eines Verneblers in feinste Tröpfchen (Aerosole) umgewandelt. Diese werden über die Atemluft aufgenommen und gelangen – abhängig von ihrer Größe – unterschiedlich tief in die Atemwege. Wie tief die Aerosolpartikel vordringen, hängt unter anderem von ihrer Größe, dem verwendeten Inhalator und der Atemfrequenz und Atemtiefe des Pferdes.

Je nach eingesetzter Lösung kann die Inhalation beispielsweise dazu dienen:

  • die Atemwegsschleimhaut zu befeuchten,
  • die natürliche Schleimhautfunktion zu unterstützen,
  • zähes Bronchialsekret zu verflüssigen oder
  • verschriebene Medikamente gezielt in die Lunge zu transportieren.
Gerade bei Erkrankungen der unteren Atemwege bietet die Inhalation einen entscheidenden Vorteil: Wirkstoffe oder pflegende Lösungen gelangen direkt an ihren Einsatzort. Dadurch können insbesondere inhalative Arzneimittel häufig mit geringeren Dosierungen eingesetzt werden als bei einer systemischen Behandlung über Tabletten oder Injektionen.

Warum die Partikelgröße entscheidend ist

Nicht nur die Inhalationslösung bestimmt den Erfolg einer Inhalation – auch der Vernebler spielt eine entscheidende Rolle. Damit ein Aerosol die Bronchien und tiefen Atemwege erreicht, müssen die erzeugten Partikel eine geeignete Größe besitzen. Als besonders günstig gelten Aerosolpartikel mit einem aerodynamischen Durchmesser von etwa 1 bis 5 Mikrometern (µm).

>5 µm lagern sich vor allem im Larynx, Trachea und großen Bronchien ab (obere Atemwege)
1–5 µm erreichen die kleinen Bronchien, Bronchiolen und Alveolen
<1 µm werden teilweise ausgeatmet

Moderne Mesh-Vernebler und viele hochwertige Ultraschallvernebler sind darauf ausgelegt, einen hohen Anteil lungengängiger Partikel zu erzeugen. Entscheidend ist jedoch immer die technische Auslegung des jeweiligen Geräts.

Was Inhalation leisten kann – und was nicht

Viele Pferdebesitzer verbinden mit dem Inhalieren die Hoffnung, Husten oder Atemwegsprobleme möglichst schnell zu beseitigen. Tatsächlich kann die Inhalation – richtig eingesetzt – einen wertvollen Beitrag leisten. Welche Effekte zu erwarten sind, hängt von der eingesetzten Inhalationslösung, der zugrunde liegenden Erkrankung sowie der konsequenten Durchführung der Inhalation und der begleitenden Reduktion der wichtigsten Belastungsfaktoren ab.

Nach heutigem wissenschaftlichem Kenntnisstand werden insbesondere Equines Asthma und chronische Atemwegserkrankungen überwiegend durch Umwelt- und Haltungsfaktoren ausgelöst oder verschlimmert. Zu den wichtigsten Belastungsfaktoren zählen:

  • lungengängiger Staub
  • Schimmelpilzsporen
  • Endotoxine
  • Ammoniak
  • schlechte Stallbelüftung
Solange diese Belastungsfaktoren weiterhin täglich auf die Atemwege einwirken, kann auch eine optimal durchgeführte Inhalation ihr Potenzial nur eingeschränkt entfalten. Deshalb betrachten Tierärzte die Inhalation heute als einen Baustein eines ganzheitlichen Behandlungskonzeptes – nicht als Ersatz für eine konsequente Haltungs- und Fütterungsoptimierung.

Die drei Bausteine eines erfolgreichen Atemwegsmanagements

Ein nachhaltiger Erfolg beruht fast immer auf dem Zusammenspiel mehrerer Maßnahmen:

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Konsequente Reduktion der Auslöser

Dazu gehören unter anderem:

  • möglichst staubarme Einstreu,
  • hygienisch einwandfreies, staubarmes Raufutter,
  • gute Stallbelüftung,
  • regelmäßiger Weidegang oder Aufenthalt an frischer Luft sowie
  • die Reduktion von Ammoniak und anderen Luftschadstoffen.

Diese Maßnahmen bilden die Grundlage jeder langfristigen Behandlung von Pferden mit chronischen Atemwegsproblemen.

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Tierärztliche Diagnostik und Therapie

Je nach Diagnose können verschreibungspflichtige Medikamente wie inhalative Kortikosteroide, Bronchodilatatoren oder schleimlösende Arzneimittel erforderlich sein. Welche Therapie geeignet ist, entscheidet ausschließlich die Tierärztin oder der Tierarzt.

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Geeignete Inhalationslösungen

Pflegende Inhalationslösungen können die Atemwegsschleimhaut befeuchten, die physiologische Schleimhautfunktion unterstützen oder – je nach Produkt – die natürliche Barrierefunktion und den Schutzmechanismus der Schleimhäute unterstützen. Dadurch können sie die natürlichen Schutz- und Reinigungsmechanismen der Atemwege fördern und einen sinnvollen Beitrag zum Atemwegsmanagement leisten.

Arzneimittel oder pflegende Inhalationslösung – wo liegt der Unterschied?

Obwohl beide über einen Inhalator verabreicht werden können, unterscheiden sich Arzneimittel und pflegende Inhalationslösungen grundlegend – sowohl hinsichtlich ihres Einsatzzwecks als auch ihrer regulatorischen Anforderungen.

💊 Arzneimittel

Arzneimittel enthalten pharmakologisch wirksame Substanzen, beispielsweise inhalative Kortikosteroide oder Bronchodilatatoren. Sie werden eingesetzt, um Erkrankungen gezielt zu behandeln. Da sie gezielt in physiologische Prozesse eingreifen, dürfen sie ausschließlich nach tierärztlicher Diagnose und entsprechend der Zulassung angewendet werden.

Vor der Zulassung muss der Hersteller nachweisen:

  • dass das Präparat wirksam ist,
  • dass Nutzen und Risiken bewertet wurden,
  • dass Qualität und Herstellung den gesetzlichen Anforderungen entsprechen,
  • dass Sicherheit und Dosierung ausreichend untersucht wurden.

🌿 Pflegende Inhalationslösungen

Pflegende Inhalationslösungen besitzen keine pharmakologische Wirkung und sind nicht dazu bestimmt, Erkrankungen zu behandeln. Je nach Zusammensetzung dienen sie dazu:

  • die Atemwegsschleimhaut zu befeuchten,
  • den natürlichen Flüssigkeitsfilm der Schleimhäute zu stabilisieren,
  • die physiologische Schleimhautfunktion zu unterstützen,
  • die Atemwege vor dem Austrocknen zu schützen.

Sie ersetzen jedoch weder die Beseitigung der Auslöser noch eine notwendige tierärztliche oder medikamentöse Behandlung.

Warum die Produktqualität eine so große Rolle spielt

Viele Pferdebesitzer gehen davon aus, dass alle Inhalationslösungen vergleichbaren Qualitätsanforderungen unterliegen. Das ist jedoch nicht der Fall. Je nach regulatorischer Einordnung gelten für Arzneimittel und Pflegeprodukte unterschiedliche gesetzliche Anforderungen.

Gerade weil feine Aerosolpartikel tief in die empfindlichen Atemwege gelangen, lohnt sich ein genauer Blick auf die Produktqualität.

Woran erkennst du eine hochwertige Inhalationslösung?

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Sterile Herstellung

Da die Lösung direkt inhaliert wird, sollte sie steril hergestellt sein. Dadurch wird das Risiko minimiert, Keime in die Atemwege einzubringen.

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Für die Inhalation geeignet

Nicht jede Flüssigkeit eignet sich zum Vernebeln. Das Produkt sollte ausdrücklich für die Inhalation vorgesehen sein.

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Geeignete Inhaltsstoffe

Die verwendeten Inhaltsstoffe sollten gut charakterisiert und für den vorgesehenen Einsatzzweck geeignet sein. Eine transparente Deklaration schafft Vertrauen.

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Nachvollziehbare Qualität

Seriöse Hersteller informieren offen über Herstellung, Zusammensetzung, Anwendung und Qualitätsmanagement. Einige Hersteller entwickeln und produzieren ihre Produkte nach Qualitätsmanagementsystemen gemäß DIN EN ISO 13485.

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Wissenschaftliche Grundlage

Besonders vertrauenswürdig sind Produkte oder Inhaltsstoffe, deren Sicherheit und Eigenschaften in wissenschaftlichen Untersuchungen beschrieben wurden.

Die wichtigsten Inhalationslösungen im Überblick

Isoton

Isotone Kochsalzlösung (0,9 % NaCl)

Was ist das?

Eine Kochsalzlösung mit einer Salzkonzentration von 0,9 %. Sie entspricht in ihrer Osmolarität weitgehend den Körperflüssigkeiten. Sterile Kochsalzlösungen sind gegenüber selbst hergestellten Lösungen grundsätzlich zu bevorzugen.

Wann sinnvoll?

  • zur Befeuchtung trockener Atemwegsschleimhäute
  • zur täglichen Atemwegspflege
  • als Trägerlösung für bestimmte inhalative Medikamente

Wie wirkt sie?

Isotone Kochsalzlösung befeuchtet die Schleimhäute, ohne ihnen Wasser zu entziehen oder zusätzliches Wasser in die Schleimhaut zu ziehen. Dadurch kann sie die physiologische Funktion des Schleimfilms unterstützen.

💡 Sie gehört zu den am häufigsten verwendeten Inhalationslösungen und eignet sich bei vielen Pferden für die regelmäßige Anwendung.
Hyperton

Hypertone Kochsalzlösung oder Sole

Was ist das?

Hypertone Lösungen enthalten mehr Salz als eine isotone Kochsalzlösung – häufig zwischen 2 und 3 %.

Wann sinnvoll?

Vor allem bei zähem, schwer löslichem Schleim.

Wie wirkt sie?

Durch den höheren Salzgehalt entsteht ein osmotischer Effekt. Dadurch wird Wasser in den Flüssigkeitsfilm der Atemwege gezogen. Der Schleim kann besser befeuchtet werden und sich leichter lösen.

⚠️ Hypertone Lösungen können empfindliche Atemwege reizen. Sie eignen sich deshalb nicht für die dauerhafte Anwendung. Bei Pferden mit sensiblen oder gereizten Atemwegen oder bei bestehender Atemnot sollten sie nur nach tierärztlicher Empfehlung eingesetzt werden.
Ectoin

Ectoin & bi-medEctoin®

Was ist Ectoin?

Ein natürlich vorkommendes Molekül, das von extremophilen Mikroorganismen gebildet wird. Dieses natürliche Schutzprinzip wird heute auch in verschiedenen Medizin- und Tierpflegeprodukten genutzt.

Wie wirkt es?

Ectoin wirkt nicht pharmakologisch, sondern ausschließlich physikalisch. Es bindet Wassermoleküle und stabilisiert einen schützenden Hydratmantel – den Ectoin-Hydrokomplex – auf biologischen Oberflächen. Da Ectoin nicht in den Stoffwechsel der Zellen eingreift, gilt es als sehr gut verträglich.

Wann sinnvoll?

Insbesondere zur Pflege empfindlicher Atemwege bei erhöhter Belastung durch Staub, trockene Stallluft, Allergene oder andere Umweltreize. Lösungen mit bi-medEctoin® werden auch begleitend zur medikamentösen Inhalationstherapie eingesetzt.

Ectoin und bi-medEctoin® – wo liegt der Unterschied?

Ectoin ist der Name des natürlichen Moleküls selbst. Es wird biotechnologisch hergestellt und findet aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften unter anderem in Medizinprodukten für Augen, Nase, Haut und Atemwege Verwendung.

bi-medEctoin® bezeichnet dagegen einen speziell für medizinische und pharmazeutische Anwendungen entwickelten Ectoin-Rohstoff der bitop AG. Er wird nach hohen Qualitätsstandards hergestellt und zeichnet sich durch eine definierte Reinheit, gleichbleibende Qualität und umfassende wissenschaftliche Dokumentation aus. Die Herstellung erfolgt biotechnologisch unter kontrollierten Bedingungen und gewährleistet eine gleichbleibend hohe Produktqualität – ein wichtiger Aspekt für Anwendungen an empfindlichen Schleimhäuten.

Für Anwender bedeutet das: Nicht jede ectoinhaltige Inhalationslösung verwendet automatisch dieselbe Rohstoffqualität. Wie auch bei anderen Inhaltsstoffen können sich Reinheit, Herstellungsverfahren, Qualitätskontrollen und die wissenschaftliche Dokumentation je nach Hersteller unterscheiden.

Gut zu wissen: Für bi-medEctoin® und darauf basierende Medizinprodukte liegen zahlreiche präklinische und klinische Untersuchungen aus dem Humanbereich vor, die die gute Verträglichkeit sowie die physikalischen Eigenschaften des Inhaltsstoffs beschreiben. Dies ist ein wichtiger Unterschied zwischen dem Wirkstoff Ectoin als chemischer Substanz und einem qualitativ definierten Markenrohstoff wie bi-medEctoin®.

Verschreibungspflichtige Medikamente zur Inhalation

Nicht alle Inhalationslösungen dienen der Pflege der Atemwege. Bei diagnostizierten Atemwegserkrankungen wie dem Equinen Asthma können zusätzlich verschreibungspflichtige Medikamente erforderlich sein. Ziel dieser Arzneimittel ist es, krankhafte Prozesse wie Entzündungen, Bronchialverengungen oder eine übermäßige Schleimbildung gezielt zu behandeln.

Welche Medikamente eingesetzt werden, richtet sich nach der Diagnose, dem Schweregrad der Erkrankung und dem individuellen Gesundheitszustand des Pferdes. Die Auswahl und Dosierung sollten deshalb immer durch die behandelnde Tierärztin oder den behandelnden Tierarzt erfolgen.
📖
Blogartikel Hustenmedikamente beim Pferd: Welche Medikamente helfen bei Equinem Asthma?

🫁 Inhalative Kortikosteroide

Gehören heute zu den wichtigsten Medikamenten bei der Behandlung des Equinen Asthmas. Sie hemmen Entzündungsprozesse direkt in den Atemwegen, können die Schleimhautschwellung reduzieren und die Überempfindlichkeit der Bronchien senken. Ihre volle Wirkung setzt meist erst nach mehreren Tagen bis Wochen ein.

Durch die lokale Inhalation kann häufig mit geringeren Wirkstoffmengen gearbeitet werden als bei systemischer Behandlung.

💨 Bronchodilatatoren

Werden eingesetzt, wenn sich die Bronchien verengen und das Pferd erschwert ausatmen kann. Sie entspannen die Muskulatur der Bronchien – die Wirkung tritt häufig bereits nach wenigen Minuten ein. Sie behandeln nicht die Ursache der Erkrankung und werden deshalb häufig mit Kortikosteroiden kombiniert.

Häufig eingesetzt, um die Atemwege zunächst zu erweitern und die Verteilung anschließend inhalierter Medikamente zu verbessern.

💊 Mukolytika

Schleimlösende Arzneimittel können eingesetzt werden, wenn zäher Schleim den natürlichen Abtransport von Fremdpartikeln erschwert. Sie verändern die Eigenschaften des Bronchialsekrets, sodass dieses leichter abtransportiert werden kann. Ob sie sinnvoll sind, sollte tierärztlich beurteilt werden.

Ersetzen keine entzündungshemmende Behandlung und sollten nur nach tierärztlicher Empfehlung eingesetzt werden.

Warum ätherische Öle nicht in den Vernebler gehören

Ätherische Öle sind nicht für die Anwendung in medizinischen Inhalationsverneblern beim Pferd vorgesehen und sollten aufgrund möglicher Reizungen der Schleimhäute in den tieferen Atemwegen nicht lungengängig vernebelt werden.

💡

Drei Gründe, auf ätherische Öle im Inhalator zu verzichten

Ätherische Öle bestehen aus hochkonzentrierten pflanzlichen Inhaltsstoffen. Werden sie vernebelt, gelangen feinste Tröpfchen tief in die Atemwege. Dort können sie empfindliche Schleimhäute reizen und bei manchen Pferden Husten oder andere unerwünschte Reaktionen auslösen und verstärken.

Hinzu kommt, dass viele ätherische Öle nicht für die Anwendung in medizinischen Verneblern entwickelt wurden. Sie können zudem empfindliche Bauteile, insbesondere die Membran von Mesh-Verneblern, beschädigen oder deren Funktion beeinträchtigen.

Auch wenn ätherische Öle häufig als „natürlich" wahrgenommen werden, bedeutet dies nicht automatisch, dass sie für die Verneblung in den empfindlichen Atemwegen geeignet sind.

Inhalation ist nur ein Baustein – die wichtigste Therapie beginnt im Stall

Selbst die beste Inhalationslösung kann ihr Potenzial nur dann vollständig entfalten, wenn gleichzeitig die Ursachen der Atemwegsbelastung konsequent reduziert werden.

Heute besteht in der veterinärmedizinischen Fachwelt weitgehend Einigkeit darüber, dass Umweltmanagement die wichtigste Grundlage jeder langfristigen Behandlung des Equinen Asthmas ist. Medikamente und Inhalationslösungen können Symptome lindern und die Atemwege unterstützen – die entscheidenden Auslöser müssen jedoch ebenfalls konsequent reduziert werden.

Zu den wichtigsten Belastungsfaktoren gehören:

  • lungengängiger Staub, der bis in die tiefen Atemwege gelangt,
  • Schimmelpilzsporen aus Heu, Einstreu oder Stallluft,
  • Endotoxine bakteriellen Ursprungs,
  • Ammoniak, das vor allem aus Harn entsteht und die Schleimhäute reizen kann,
  • sowie eine unzureichende Stallbelüftung, die die Konzentration dieser Schadstoffe zusätzlich erhöht.
Aus diesem Grund empfehlen Tierärzte heute nahezu einheitlich ein ganzheitliches Atemwegsmanagement.

Häufige Fragen zur Inhalation beim Pferd

Welche Inhalationslösung sinnvoll ist, hängt von der Ursache des Hustens ab. Zur Befeuchtung trockener Atemwege werden häufig isotone Kochsalzlösungen eingesetzt. Ectoinhaltige Inhalationslösungen können den natürlichen Feuchtigkeitsfilm der Schleimhaut stabilisieren und so die Schleimhautpflege sowie den Schutz vor äußeren Reizen unterstützen. Bei zähem, festsitzendem Schleim können kurzfristig hypertone Inhalationslösungen, beispielsweise auf Solebasis, sinnvoll sein. Liegt eine entzündliche Atemwegserkrankung wie Equines Asthma vor, können zusätzlich verschreibungspflichtige Medikamente wie inhalative Kortikosteroide oder Bronchodilatatoren notwendig sein.
Das lässt sich nicht pauschal beantworten, denn die drei Inhalationslösungen verfolgen unterschiedliche Ziele. Isotone Kochsalzlösung (0,9 % NaCl) dient vor allem der Befeuchtung und Pflege der Atemwegsschleimhaut oder als Trägerflüssigkeit für Medikamente. Hypertone Solelösungen besitzen einen höheren Salzgehalt und können durch ihren osmotischen Effekt helfen, zähen Schleim zu verflüssigen. Inhalationslösungen mit bi-medEctoin® stabilisieren den Flüssigkeitsfilm auf der Schleimhaut (Ectoin-Hydrokomplex) und können dadurch nachhaltig befeuchten und die natürliche Barrierefunktion unterstützen. Welche Lösung sinnvoll ist, richtet sich nach den Beschwerden und dem Therapieziel.
Ob eine tägliche Inhalation sinnvoll ist, hängt von der verwendeten Inhalationslösung und dem Gesundheitszustand des Pferdes ab. Isotone Kochsalz- und ectoinhaltige Inhalationslösungen können – je nach Produkt und Herstellerangaben – häufig auch über einen längeren Zeitraum zur Befeuchtung und Pflege der Atemwege eingesetzt werden. Hypertone Lösungen oder verschreibungspflichtige Medikamente sollten dagegen nur entsprechend der tierärztlichen Empfehlung angewendet werden.
Nicht jede Inhalationslösung darf miteinander gemischt oder gleichzeitig angewendet werden. Einige Lösungen und Medikamente können sich gegenseitig beeinflussen oder sind nur in einer bestimmten Reihenfolge sinnvoll. Halte dich deshalb immer an die Herstellerangaben und sprich insbesondere bei verschreibungspflichtigen Medikamenten mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt.
Wenn die Inhalation nicht den gewünschten Erfolg bringt, liegt das häufig nicht an der Inhalationslösung selbst. Eine ungeeignete Partikelgröße, ein ungeeigneter Inhalator, eine unzureichende Gerätereinigung oder eine nicht optimale Anwendung können die Wirksamkeit deutlich beeinträchtigen. Ebenso wichtig ist das Stallmanagement: Bleibt das Pferd weiterhin Staub, Schimmelpilzsporen, Endotoxinen oder Ammoniak ausgesetzt, kann die Wirkung der Inhalation begrenzt sein.
Damit Inhalationslösungen oder Medikamente die unteren Atemwege erreichen, sollten möglichst viele Aerosolpartikel einen aerodynamischen Durchmesser von etwa 1 bis 5 Mikrometern (µm) besitzen. Größere Partikel werden überwiegend bereits in den oberen Atemwegen abgeschieden, während sehr kleine Partikel teilweise wieder ausgeatmet werden können. Deshalb spielt neben der Inhalationslösung auch die Qualität des Inhalators eine wichtige Rolle.
Nein. Für die Inhalation und zum Verdünnen von Inhalationslösungen sollte ausschließlich sterile, für die Inhalation geeignete Kochsalzlösung oder die vom Hersteller empfohlene Trägerlösung verwendet werden. Leitungswasser ist nicht steril und kann Keime oder Mineralien enthalten. Auch selbst hergestellte Kochsalzlösungen sind für die Inhalation nicht zu empfehlen, da Sterilität und Salzkonzentration nicht zuverlässig gewährleistet werden können.
Das hängt von der verwendeten Inhalationslösung und der Ursache der Beschwerden ab. Bronchienerweiternde Medikamente können bereits innerhalb weniger Minuten wirken. Die entzündungshemmende Wirkung inhalativer Kortikosteroide entwickelt sich dagegen meist über mehrere Tage bis Wochen. Pflegende Inhalationslösungen wie isotone Kochsalz- oder ectoinhaltige Lösungen können die Atemwege unmittelbar befeuchten, während hypertone Solelösungen den Schleim kurzfristig verflüssigen können. Entscheidend für einen langfristigen Erfolg ist jedoch immer das Zusammenspiel aus geeigneter Inhalation, konsequentem Stallmanagement und – falls erforderlich – tierärztlicher Behandlung.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die richtige Inhalationslösung hängt immer von der Ursache der Atemwegsprobleme ab.
  • Pflegende Inhalationslösungen und Arzneimittel verfolgen unterschiedliche Ziele.
  • Medikamente gehören ausschließlich in tierärztliche Hände.
  • Gute Produktqualität und ein geeigneter Inhalator sind entscheidend.
  • Dauerhaften Erfolg bringt nur das Zusammenspiel aus Inhalation, Haltungsoptimierung und tierärztlicher Therapie.

Quellen

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